nirgendwo — 2017

Siebdruckserie, Fineartprint, Glas, 50 x 60 cm

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh’ ich wieder aus“ — Winterreise, Franz Schubert

 

1827 komponierte Franz Schubert nach Texten von Wilhelm Müller einen der bekanntesten Liederzyklen der Romantik: Die Winterreise. In 24 Liedern werden verschiedene Fragen der Heimatlosigkeit, Einsamkeit, Ausgrenzung, des Umher-Irrens, des Nicht-Ankommens und der Resignation auf mehreren Ebenen thematisiert. 

 

Dieses Musikstück ist Ausgangsmaterial für ein Bühnenbild mit Videoprojektion und die gleichnamige Collagenserie „Nirgendwo“. In der Collageserie werden von Bild- und Textfragmente der Faksimile aus den Astronomischen Nachrichten, November 1827, mit Filmstills überlagert.

 

Die Astronomischen Nachrichten gibt es seit 1821 und erscheinen bis heute mit den neuesten Phänomenen, Berechnungen und Beobachtungen der Astronomie. Die Fotografie wurde 1827 erfunden, Bremerhaven gekauft und gegründet. Eine Zeit, die von der Weiterentwicklung und Neuanfangs geprägt ist. In dem Liederzyklus von Franz Schubert ist nichts von diesem Neuanfang zu spüren.

 

Die Pole dieser Epoche werden in der Collageserie gegenübergestellt: Die aufkommende Wissenschaft, die inzwischen auch für Laien zugänglich ist und verständlich gemacht wird, den Anfang eines neuen Zeitalters und auf der anderen Seite der verlorene Einzelne, der sich neu orientieren muss. Ein Thema, das sicherlich in unserer heutigen Lebenszeit immer noch genauso aktuell ist, wie 1827.